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Bodenversiegelung

Beton, Asphalt und Pflaster stören das natürliche Gleichgewicht

Beton, Asphalt und Pflaster wohin das Auge blickt. Laut Angaben des Umweltbundesamts sind Stand 2022 44 % der Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt. Mit schwerwiegenden Folgen für Boden und Klima.

Auf versiegelten Flächen wird wertvolles Regenwasser durch das Kanalnetz abgeleitet, statt lokal zu versickern.
Auf versiegelten Flächen wird wertvolles Regenwasser durch das Kanalnetz abgeleitet, statt lokal zu versickern.
Bodenversiegelung erklärt

Von Bodenversiegelung spricht man dann, wenn der natürliche Erdboden überdeckt wird und weder Wasser noch Luft ihn erreichen können. Durch die wasserdichte Abdeckung kann Regenwasser nicht mehr im Boden versickern und auch die Bodenatmung – der natürliche Gasaustausch zwischen Boden und Atmosphäre – wird gestört.

Zum einen tragen Gebäude zur Versiegelung des Bodens bei zum anderen sind häufig auch unbebaute Flächen wie Verkehrsflächen, Parkplätze, Betriebsflächen und sogar Parkanlagen mit Beton, Asphalt, Pflastersteinen oder wassergebundenen Wegedecken befestigt und müssen so den versiegelten oder teilweise versiegelten Flächen zugerechnet werden. Auch Keller, Tiefgaragen oder Rohre, die unterirdisch gebaut sind, tragen zur Versiegelung des Bodens bei.

Mittels Luftaufnahmen kann der Versiegelungsgrad eines Gebiets ermittelt werden. 

Stark versiegelte Logistikfläche.
Stark versiegelte Logistikfläche.
Stark versiegelte Logistikfläche.
Unversiegelte Anliegerstraße nahe Berlin.
Unversiegelte Anliegerstraße nahe Berlin.
Unversiegelte Anliegerstraße nahe Berlin.
Auswirkungen auf die Umwelt

1. Gefahr von Überschwemmungen

Die Bodenversiegelung verhindert, dass Regenwasser dezentral versickert. Die natürliche Pufferfunktion des Bodens geht verloren. Stattdessen wird anfallendes Regenwasser über ein künstliches Kanalnetz oder Vorfluter wie z.B. Bäche und Flüsse abgeleitet, die bei Starkniederschlägen schnell an ihre Kapazitätsgrenzen geraten. Es drohen urbane Sturzfluten und Überschwemmungen.

2. Verminderte Grundwasserneubildung

Durch Niederschläge gebildetes Sickerwasser trägt maßgeblich zur Neubildung des Grundwassers bei. Versickerndes Regenwasser wird durch die Bodenschichten natürlich gefiltert und kann als Trinkwasser verwendet werden.

Sind Flächen versiegelt, ist dieser Prozess unterbrochen was sich langfristig negativ auf das Trinkwasservorkommen auswirken kann.

3. Störung des Mikroklimas

Natürliche Böden nehmen Wasser auf, speichern es und verdunsten es bei steigenden Temperaturen. So entsteht Verdunstungskälte, die das Mikroklima eines Ortes positiv beeinflusst und verhindert, dass im Sommer Hitzeinseln entstehen. Versiegelte Flächen können dies nicht.

Hinzu kommt, dass auf versiegelten Flächen keine Pflanzen wachsen, die als Wasserverdunster und Schattenspender ebenfalls zur Kühlung der Luft beitragen. Der positive Effekt der Kühlung geht auf versiegelten Flächen vollständig verloren.

4. Verlust der Bodenfauna   

Durch den Mangel an Wasser und Luft geht auch das Bodenleben verloren, das seinerseits wichtig ist, um die Neubildung vitaler und fruchtbarer Böden, die die Grundlage unserer Nahrungsversorgung bilden, zu gewährleisten. Besonders tragisch: wird ehemals versiegelter Boden entsiegelt, dauert es sehr lange bis er sich erholt und die Bodenqualität wieder auf das Vorversiegelungsniveau zurückkehrt.



Entwicklung der Flächenversiegelung in Deutschland

Das Umweltbundesamt veröffentlicht auf seiner Webseite genaue Zahlen, zum Anteil versiegelter Flächen an der Gesamtfläche Deutschlands.

Im Jahr 2020 waren rund 44 % der Siedlungs- und Verkehrsflächen versiegelt. Betrachtet man die Gesamtfläche Deutschlands sind rund 21 % versiegelt. Das mag zunächst nach wenig klingen, betrachtet man aber vor allem die großen Städte, zeichnet sich ein anderes Bild. Im dichtbesiedelten Berlin sind etwa 70 % der Verkehrsflächen versiegelt.

Seit Anfang der 1990er Jahre werden pro Jahr im Schnitt 170 km2 neu versiegelt. Ausnahme waren mit nur 92 km2 Versiegelung die beiden Corona-Jahre 2019 und 2020.

Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Erschließung neuer Verkehrsflächen wie Straßen, Wege und Plätze, die mit bis zu 70 % einen sehr hohen Anteil an den versiegelten Flächen ausmachen.
 

Die untenstehende Grafik zeigt: in allen Bundesländern hat seit 1992 der Anteil versiegelter Flächen zugenommen.

Quelle: Umweltbundesamt (Eds.) (unbearbeitet)
Quelle: Umweltbundesamt (Eds.) (unbearbeitet)
Quelle: Umweltbundesamt (Eds.) (unbearbeitet)
Gegenmaßnahmen zur Bodenversiegelung

Die Bodenversiegelung ist leicht rückläufig und es gibt Maßnahmen, um diesen Trend zu stärken:

Beim Neubau auf unversiegelte Böden wie z.B. das TTE® System setzen, die Wasser versickern und das Bodenleben erhalten, ohne dabei Funktionalität einzubüßen.

Vor allem in Städten müssen bestehende Flächen entsiegelt werden, um die Klimaanpassung voranzutreiben. Weg von Grauer hin zu Blau-Grüner, unversiegelter Infrastruktur. Das muss das Ziel für die Stadt der Zukunft sein.

Infobox & Quellen

Der Versiegelungsfaktor gibt an, wie viel Prozent einer Fläche versiegelt sind. Für unterschiedliche Flächenbeläge ergeben sich unterschiedliche Versiegelungsfaktoren:
  • Unversiegelte Flächen: Rasen oder Erde
  • Wenig versiegelte Flächen (Versiegelungsfaktor 0,3): Natursteinpflaster mit weiten Fugen, Rasengittersteine, Kies- und Schotterflächen, Schotterrasen, versickerungsaktives Pflaster, Gründächer
  • Stark versiegelte Flächen (Versiegelungsfaktor 0,6): Rasenfugenpflaster, H-Steine, Platten und Pflaster mit schmalen Fugen oder ohne feste Verfugung
  • Voll versiegelte Flächen (Versiegelungsfaktor 1): Asphalt-, Bitumen- oder Betonflächen, Beläge mit vergossenen Fugen, Dachflächen

www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2020/9/27.html www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/boden/bodenversiegelung

Sie wollen versiegelungsfrei befestigen?

Dann fordern Sie jetzt Infomaterial zum TTE® System an. Wir beraten Sie gerne bei der Umsetzung Ihres Projekts. 



Erfahren Sie mehr zum Thema:

Das Konzept Schwammstadt ausführlich erklärt.

In einer spannenden und noch immer aktuellen Ausarbeitung aus dem Jahr 2008 befasst sich das Umweltbundesamt mit dem Thema Flächenentsiegelung. 

Förderprogramme und Finanzhilfen für Entsiegelungsmaßnahmen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

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